Kunst und Religion sind ja immer ein Rätsel, aber nun schaffen Joachim Meisner, Erzbischof von Köln, und der Künstler Gerhard Richter in Ihrem Schlagabtausch über das neue Fenster des Kölner Doms Klarheit. Der Erzbischof verschmäht sein neues Fenster, das ein wenig an ein Testbild erinnert (siehe rechts):Es passt eher in eine Moschee oder in ein Gebetshaus. Wenn wir schon ein neues Fenster bekommen, dann soll es auch deutlich unseren Glauben widerspiegeln. Und nicht irgendeinen.
Der Kardinal ist nämlich ein Freund der modernen Kunst. Er schwärmt vor allem von der „Kreuzigung“ von Joseph Beuys -- einer „Installation“ zusammengenagelt aus Holz, Draht, Papier, Elektrokabeln und (hoffentlich leeren) Blutkonservenflaschen, die Maria und Johannes darstellen sollen (siehe links).Für den Kardinal gleicht das Christentum also eher einem Schrotthaufen und der Islam sollte mal Sendepause machen.
Statt nun das Kunstverständnis des Kardinals zu hinterfragen, beteuert Richter nur seine Kirchentreue:
Zum Islam habe ich gar keine Beziehung. Ich fühle mich als Spross des Christentums, der ohne den Glauben an eine höhere Macht oder etwas Unbegreifliches nicht leben kann.
Zum Glück produzieren Künstler und Kardinäle genug Unbegreifliches für alle.
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