Mittwoch, 5. September 2007

Tarzan reich, Jane sexy

Na, wenn das nicht herzerfrischend ist:
Männer und Frauen erzählen gern, sie wollten einen Partner, mit dem sie auf einer Stufe stehen. Doch in Wahrheit sind bei der Partnerwahl Kriterien entscheidend, die schon in der Urgesellschaft galten: schöne Augen und weibliche Kurven bei Frauen, schützende Hände und ein Sack voll Geld bei Männern.

Wie lange will man uns diesen Schwachsinn noch weismachen? Also, erstens: kein Mensch weiß, welche Kriterien die Mitglieder der „Urgesellschaft“ bei der Partnerwahl verwendet haben.

Diese „Urgesellschaft“ ist doch nach genau den Stereotypen konstruiert, die sie erklären soll. Männer gehen mehr fremd als Frauen? Das liegt daran, dass die Männer der „Urgesellschaft“ Jäger waren. Ach es ist doch umgekehrt und Frauen gehen mehr fremd als Männer? Das liegt daran, dass die Frauen der Urgesellschaft Sammler waren. Und so weiter.

Aber wollen wir uns doch mal ansehen, wie die Forscher die heute verwendeten Kriterien herausbekommen haben:
Peter Todd und seine Kollegen von der Indiana University befragten für ihre Studie 47 Münchner, die an einem Speed Dating teilgenommen hatten. Beim Speed Dating treffen die Teilnehmer in kurzer Zeit möglichst viele potentielle Partner. Anschließend können sie entscheiden, ob sie den oder die andere wiedertreffen wollen oder lieber nicht.

Na klar. Speed Dating ist ja auch eine typische Situation, aus der man allgemeine Aussagen über die Partnerwahl herleiten kann. Die überwältigende Mehrheit meiner Bekannten und Verwandten hat ihre Lebenspartner beim Speed Dating kennen und lieben gelernt -- nicht.

(Und vor allem: Münchner? Für wen sollen die den repräsentativ sein?)

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