Ich erwarte, dass die von Bundesinnenminister Schäuble vorgeschlagene Sonderkonferenz der Innenminister von Bund und Ländern noch in dieser Woche einen Beschluss zu Online-Durchsuchungen fasst.
Na klar, weil man solche Beschlüsse natürlich am besten spontan am Tagesgeschehen orientiert.
Aber bevor sich jetzt wieder alle über den Bespitzelungswahn des Innenministeriums aufregen, einmal tief durchatmen. Schließlich ist es die Bundesregierung die da einen Trojaner basteln will. Und wie die mit EDV-Vorhaben verfährt, das wissen wir ja langsam.
Erstmal wird ein Konsortium gegründet. Vermutlich aus dem Media Markt („Weil die sich mit Computern auskennen“), dem Denkmalamt („Weil die über Troja Bescheid wissen“) und T-Online („Weil denen das Internet gehört“). Die bekommen dann den Auftrag, für 18 Milliarden Euro ein Konzept für den Trojaner zu entwickeln und die gezielte Verbreitung auf den Computern von Terroristen zu planen.
Nachdem das Konsortium zweimal die Frist verpasst und die Regierung dafür nochmal vier Milliarden Euro Vertragsstrafe zahlt, weil sie das Kleingedruckte nicht gelesen hat, wird dann eine kleine Softwareklitsche des Bekannten eines Neffen der Nachbarin des Vorsitzenden des Planungsausschusses den Trojaner programmieren. Das kostet den Steuerzahler dann aber nur 15 Millionen Euro.
Zwei Jahre später stellt sich dann heraus, dass der Trojaner leider nur unter Windows 2000 (Service Pack 3) funktioniert und auch da nur dazu verwendet werden kann, die Systemuhr zu verstellen. Daraufhin wird der Bund weitere 12 Millionen Euro ausgeben, damit man wenigstens auch noch die Highscoreliste vom Minesweeper auslesen kann.
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